(Kreuzbandriss, Innenbandriss, Außenbandriss, Kreuzbandruptur)

Welches Erkrankungsbild verbirgt sich hinter Bandverletzungen?

Bandverletzungen am Kniegelenk treten sehr häufig auf. Meist sind sie die unmittelbare Folge von Verletzungen bei beliebten Freizeitsportarten wie Fußball, Inline-Skaten oder Skifahren. Durch abrupte Verdrehungen des Gelenks kommt es zum Riss eines oder mehrerer stabilisierender Bänder.

Am weitesten verbreitet sind Verletzungen des vorderen Kreuzbandes, das etwa zehn Mal häufiger reißt als das hintere, gefolgt von den beiden Seitenbändern.

Anhand welcher Symptome äußern sich Bandverletzungen?

Als Leitsymptom gilt die Instabilität des Gelenkes, die von Betroffenen anfangs oft gar nicht bemerkt, sondern erst im Zuge der klinischen Untersuchung festgestellt wird. In der Akutphase kommt es zu starken Schmerzen, meist begleitet durch eine Schwellung im Bereich des Kniegelenks.

Welche Folgen können auftreten, wenn die Erkrankung zu lange unbehandelt bleibt?

Unbehandelt führt ein instabiles Gelenk zu Folgeschäden wie Meniskusverletzungen und Knorpelerkrankungen, die letztendlich eine frühzeitige Arthrose begünstigen. Innerhalb des ersten Jahres nach der Bandverletzung ist das Risiko für eine Meniskusverletzung sechsmal höher als bei einem unverletzten Menschen. Nach einem Sportunfall sollte daher rasch ein Arzt konsultiert werden, denn es gibt nur wenige Kreuzbandpatienten, die einen Riss unbeschadet kompensieren können.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Therapie von Bandverletzungen ist von mehreren Faktoren wie dem Risikoprofil des Patienten (Freizeit- oder Berufssportler), dem jeweiligen Anspruch an Bewegung sowie den Ergebnissen der sportorthopädischen Untersuchung abhängig. Aufgrund der häufigen Folgeschäden raten wir unseren Patienten meist zu einer stabilisierenden Operation. Nur in seltenen Fällen (z. B. bei Spitzensportlern) erfolgt der operative Eingriff innerhalb von 48 Stunden. In der Regel wird erst nach etwa sechs Wochen, wenn die akuten Symptome abgeklungen sind, operiert. Dadurch ist eine gute terminliche Planung nach den Wünschen unserer Patienten möglich.

Eine Bandoperation ist eine sehr individuelle Angelegenheit, da sie exakt auf die vorliegende anatomische Situation des Betroffenen abgestimmt sein muss. Ziel eines jeden chirurgischen Eingriffs ist die optimale Wiederherstellung der stabilisierenden Gelenksfunktion, sodass eine Rückkehr in ein sportlich aktives Leben problemlos möglich ist.

Wir bieten unseren Patienten eine Reihe von Operationstechniken, wie etwa Revisionen mit Spendertransplantaten (z. B. Achillessehne), Einzel- oder Doppelbündelrekonstruktionen oder die All-Inside-Technik an. Diese ist vor allem für Kinder mit offenen Wachstumsfugen besonders gut geeignet und liefert zudem ein optimales kosmetisches Ergebnis, da lediglich ein kleiner Hautschnitt im Bereich der Kniekehle gesetzt wird.

Was ist nach der Operation zu beachten?

Für ein optimales Behandlungsergebnis ist ergänzend zum chirurgischen Eingriff eine ambulante Physiotherapie mit gezieltem Koordinations- und Muskelaufbautraining notwendig. Die Rehabilitationsphase dauert vier bis sechs Monate, wobei die Anzahl der Behandlungseinheiten laufend ab-, die Intensität der Therapie allerdings zunimmt. Nur wenn Patienten aktiv mitarbeiten, kann später wieder ohne größeres Verletzungsrisiko Sport betrieben werden. Wann und in welcher Intensität der Weg „zurück zum Sport“ nach einer Bandverletzung gelingt, entscheidet das Ergebnis eines Koordinationstests in Absprache mit Ihrem Orthopäden.

Wann sind Alltagsaktivitäten wieder möglich?

Etwa zwei bis vier Wochen nach einer Kreuz- oder Seitenbandoperation sind alltägliche Bewegungen wieder ohne Probleme durchführbar. Mit Unterstützung von Krücken kann das Knie sogar ab dem ersten Schritt voll belastet werden.

Wie viele Menschen sind von Bänderverletzungen betroffen?

Risse des stabilisierenden Bandapparates sind eine sehr häufige Sport- und Freizeitverletzung. In Österreich werden jährlich etwa 4.000 Kreuzbandrupturen diagnostiziert, wobei Männer öfter davon betroffen sind als Frauen. Tendenziell sind Bandverletzungen eher bei jüngeren Menschen vorzufinden.